Pressemitteilung des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates von 20.06.2017 zum Weltflüchtlingstag

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni erklärt der Vorsitzende des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates, Memet Kilic:

„Nach aktuellen Zahlen sind 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht.

Seit dem zweiten Weltkrieg waren noch nie so viele Menschen auf der Flucht. Wirtschaftliches Elend, Hungernot, Diktaturen, Krieg und Bürgerkrieg zwingen Millionen von Menschen dazu, ihre Heimat, Nachbarn und Verwandten zu verlassen, gefährliche Fluchtwege für sich und ihre mitfliehenden Familienangehörigen auf sich zu nehmen und ein neues Leben in der Fremde zu suchen. Täglich sterben kleine Kinder in der Ägäis und im Mittelmer, mehr als 10.000 Kinder sind noch allein in der EU verschollen.

Daher ist es notwendig, dass die Welt die Bekämpfung der Fluchtursachen ernstnimmt.

Die Flüchtlingsaufnahme, -unterbringung, gesundheitliche Versorgung und –integration ist ein Jahrhundertereignis und eine historische Herausforderung. Das deutsche Volk erweist in diesen Tagen eine unbeschreibliche Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Verfassungstreue. Sie helfen den Fluchtsuchenden selbstopfernd. Bund, Länder und Kommunen leisten etwas, was die Welt erstaunt. Dies verdient unsere tiefste Dankbarkeit.

Die sich in letzter Zeit häufenden islamistischen Terroranschläge in Europa und Deutschland greifen unsere Sicherheit an. Unsere Gesellschaften machen sich Sorgen um ein besseres Miteinander. Diese Sorgen müssen ernst genommen werden. Dies gelingt aber nur, wenn die Antworten nicht populistisch oder menschenverachtend gefunden werden.

Jetzt ist die EU in der Pflicht die gemeinsame Verantwortungsübernahme zu realisieren.“

Memet Kılıç, Vorsitzender

Stuttgart, 20.06.2017